Asthma und Sport - die Luft ist jetzt rein

Asthma und Sport ist längst keine gefährliche Kombination mehr – ganz im Gegenteil: Heute ist es für die Atmung erwiesenermassen fördernd, wenn Asthmatiker Sport treiben. Es gilt einfach, sich gut aufzuwärmen und den Anstrengungsgrad zu «dosieren».








Jahrelang waren die Mediziner der Meinung, dass Asthmatiker keine anstrengenden körperlichen Aktivitäten ausüben dürfen. Ein Irrtum, wie man heute weiss. Verschiedene Asthmatiker konnten dank einer angemessenen Behandlung und spezieller Trainingsmethoden ihre Sportkarriere fortsetzen und haben sogar an olympischen Spielen teilgenommen. Erinnern Sie sich noch an Mark Spitz, den siebenfachen Goldmedaillen-Gewinner?

Sport hilft bei Asthma und vermag
die Anzahl Medikamente zu senken.
 


Was ist Asthma?
Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden an Asthma. Ein eingeatmetes Allergen (Pollen, Milben etc.) oder eine körperliche Anstrengung können zu dieser chronischen Entzündung der Bronchien führen. Dabei verkrampfen sich die Muskeln, engen die Atemwege ein und es kommt zu einer vorübergehenden Kurzatmigkeit oder Atemnot. Die meisten Asthmatiker, vor allem Kinder, leiden an Anstrengungsasthma. Dieses tritt nach rund fünf- bis zehnminütiger Anstrengung auf und bildet sich von selbst in den darauffolgenden 30 Minuten zurück.

Sport wirkt wohltuend
Eine sportliche Aktivität verbessert erwiesenermassen die Atmung und vermag das Asthma zu lindern. Viele Betroffene können wieder tiefer durchatmen und müssen weniger Medikamente einnehmen. Die kantonalen Lungenligen haben deshalb begonnen, mit Powerlungs zusammen Ruderkurse auf verschiedenen Schweizer Seen anzubieten. Die Kurse richten sich an Jugendliche ab zwölf Jahren, die an Asthma, Bronchitis oder anderen Atemwegs-Erkrankungen leiden. Einerseits lernen die Teilnehmenden, wie sie mit ihrer Krankheit besser zurechtkommen, und andererseits, wie sie ihre Körperkraft gleichmässig einsetzen können, um die Ruder einzutauchen und durchzuziehen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.powerlungs.com oder www.lungenliga.ch.

Was es zu beachten gilt
Ein Asthmatiker sollte eine Sportart ausüben, die ihm Spass macht. In jedem Fall sind aber ein paar Regeln zu beachten. Wärmen Sie Ihre Muskeln vor jedem Training auf, ein «Kaltstart» ist für alle ungesund! Je eher eine Sportart einen Asthmaanfall auslösen kann, desto länger sollte die Aufwärmphase dauern. Das gilt zum Beispiel für Langlauf oder Joggen. Atmen Sie durch die Nase, damit sich die Luft erwärmt und anfeuchtet. Sollten Sie einmal ausser Atem geraten, bleiben Sie nicht abrupt stehen, sondern verlangsamen Sie das Tempo, sodass Sie wieder ruhig atmen können. Vorsicht geboten ist im Frühling, wenn Sie allergisch auf Pollen reagieren, oder bei kalter und trockener Witterung. Im tiefsten Winter ist Jogging oder Velofahren nicht empfehlenswert, weil solche Wetterbedingungen Asthmaanfälle begünstigen können. Ziehen Sie stattdessen eine Sportart vor, die Sie in einer Halle treiben können.


Asthmatiker sollten sich vor dem Sport gut
aufwärmen und ihre Medikamente stets
auf sich tragen, damit sie bei Bedarf sofort handeln können.

Warum sich Schwimmen besonders gut eignet
Tauchen mit Sauerstoffflaschen ist die einzige verbotene Sportart für Asthmatiker. Denn unter Wasser ist es schlicht nicht möglich, ein Medikament zu inhalieren. Ausserdem enthält die komprimierte Luft in den Sauerstoffflaschen viele Stoffe, die Asthmaanfälle auslösen können. Vom Reiten sollten Allergikern absehen, weil sie gegen Pferdehaare allergisch reagieren oder andere Allergene, zum Beispiel aus dem Stroh, einatmen könnten. Schwimmen im Schwimmbad ist die ideale Sportart, weil die warme und feuchte Atmosphäre die Bronchien erweitert und es dadurch zu weniger Asthmaanfällen kommt. Asthmatikern wird Schwimmen deshalb häufig im Rahmen der Atemgymnastik empfohlen.

Sportarten, die sich gut eignen

  • Schwimmen
  • Tanzen
  • Segeln
  • Kampfsport
  • Ski alpin
  • Tennis
  • «Sanfte» Ballsportarten wie Volleyball
  • Kanufahren und Rudern

Sportarten, die sich weniger eignen und eher zu Asthmaanfällen führen

  • Jogging
  • Langlauf
  • Radsport
  • «Intensive» Ballsportarten wie Rugby oder Basketball

Tipp aus IhrerApotheke

Asthma und Medikamente

  • Inhalieren Sie zur Vorbeugung einige Sprühstösse eines antiasthmatischen, bronchienerweiterenden Sprays (Salbutamol, rezeptpflichtig), um Ihre Bronchien für die Aufwärmphase zu öffnen.
  • Tragen Sie den Spray während der sportlichen Aktivität stets auf sich.
  • Asthmatiker, die trotz des Aufwärmens Atembeschwerden haben, können ein Medikament (zum Beispiel Montelukast, rezeptpflichtig) einnehmen.
  • Manche Sportler, die nicht an Asthma leiden, inhalieren gegen Asthma wirkende Medikamente, um ihre Atemleistung zu verbessern. Vorsicht, solche Produkte gelten als Doping und werden bei Wettkämpfen streng kontrolliert und geahndet.

Sophie Membrez


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