Pilates liegt im Trend. Die Kombination aus Muskeltraining und mentaler Konzentration wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Joseph Pilates entwickelt. Was die Trainingsmethode vor allem für Frauen so attraktiv macht, weiss Anita Leuthold.
|
Anita Leuthold ist PMA-zertifizierte Pilates-Instruktorin. Ihre Pilates-Ausbildung absolvierte sie in Studios in der Schweiz und in Deutschland. Seit drei Jahren betreibt die ehemalige Pflegefachfrau und ausgebildete Bühnentänzerin ein eigenes Studio in Winterthur. |
Wer soll Pilates-Training betreiben?
Anita Leuthold: Grundsätzlich eignet sich Pilates für jedermann. Das Altersspektrum meiner Kundinnen und Kunden reicht von 20 bis 85! Wichtig ist, dass man Spass an dieser speziellen Art der Bewegung hat.
Es ist kein Zufall, dass vor allem Tänzer und Sportler auf Pilates setzen. |
Was macht Pilates speziell?
Pilates trainiert mit fliessenden Bewegungen vor allem die tief liegenden Muskeln entlang der Wirbelsäule sowie diejenigen im Bereich Bauch, Becken und Schultergürtel. Die Übungen werden kombiniert mit einer speziellen Atemtechnik und der Konzentration auf den eigenen Körper. Dadurch verbessert sich die Haltung des gesamten Körpers. Nackenverspannungen zum Beispiel, lösen sich, Bauch und Beckenboden werden gestärkt, man wird insgesamt kräftiger, schlanker und gedehnter. Auch zur Rückbildung nach einer Schwangerschaft ist Pilates sehr gut geeignet.
Wie anstrengend ist Pilates?
Das hängt von den Übungen ab. Man kann die Intensität des Trainings dosieren. Grundsätzlich ist Pilates ein intensives Ganzkörper-Training, bei dem jeder Muskel gefordert ist. Da kommt man schon ins Schwitzen. Es gibt aber auch ein gutes Gefühl. Nach einer Stunde Training spürt man seinen Körper auf eine sehr positive Art.
Wie wichtig sind die Geräte?
Pilates wurde als «personal training» mit Hilfe von Geräten entwickelt. Je mehr man vom Boden wegkommt, desto intensiver wirkt es. Wer es schafft, nur noch an Händen und Füssen in Schlaufen hängend Liegestütze zu machen, darf sich zu den Fortgeschrittenen zählen. Die Übungen auf der Matte sind ein Teil des Programms. Man kann mit Bodenübungen sehr gute Resultate erzielen.
Kann man Pilates auch zu Hause betreiben?
Ich gebe meinen Kundinnen und Kunden oft Übungen mit auf den Weg, die sie in den Alltag einbauen können. Wie sie die Nackenmuskulatur entspannen zum Beispiel, wie sie Lasten schonend tragen und die Bauch- und Beckenmuskulatur stärken. Wichtig ist, dass die Übungen korrekt ausgeführt werden. Man sollte sich also in jedem Fall von einer ausgewiesenen Pilates-Trainerin oder einem Pilates-Trainer instruieren lassen. Es empfiehlt sich, die Übungen regelmässig im Studio überprüfen zu lassen.
Gibt es auch Situationen, in denen man auf Pilates verzichten sollte?
Während der Schwangerschaft ist klassisches Pilates nicht angebracht. Bei akuten Beschwerden, wie zum Beispiel Diskushernien oder Entzündungserscheinungen, ist es wichtig, ausschliesslich mit einer Trainerin oder einem Trainer mit entsprechender Ausbildung zu arbeiten. Es ist kein Zufall, dass vor allem Tänzer und Spitzensportler auf Pilates setzen. Die Trainingsmethode eignet sich ausgezeichnet, um gezielt zu trainieren und Schwächen auszugleichen.
Wie findet man seriöse Pilates-Studios?
Gute Hinweise geben der Werdegang der Trainerin oder des Trainers sowie Qualitätslabels. Ein Fragezeichen setzen sollte man bei Trainerinnen und Trainern, die eine ganze Palette an unterschiedlichen Trainingsmethoden anbieten. Man kann nicht mehrere verschiedene Dinge gleichzeitig seriös betreiben. Schliesslich sollte man auch auf sein Bauchgefühl vertrauen. Wenn man nach dem Training mehr Schmerzen hat als vorher, stimmt etwas nicht. Dann sollte man sich ein anderes Studio suchen.