Tattoo und Piercing - das geht unter die Haut

Ein Piercing am Bauchnabel zu tragen oder sich ein Symbol auf die Schulter tätowieren zu lassen, wird immer beliebter. Doch diese «Schmuckstücke» sind nicht immer so harmlos, wie sie scheinen. Auf die richtige Hygiene davor und danach kommt es an.










Tätowierung und Piercing sind für Viele nicht mehr wegzudenken: Heute liegen sie voll im Trend. Von Angelina Jolie bis hin zu Victoria Beckham – alle sind verrückt danach. Doch geht diese Modeerscheinung im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut, denn sie wird sozusagen in Fleisch und Blut verewigt. Damit einher geht auch ein gewisses Gesundheitsrisiko. Ein Piercing oder ein Tattoo ist nicht so harmlos, wie es aussieht. Weil bei beiden mit Instrumenten wie Nadeln gearbeitet wird, die die Blutgefässe erreichen können, lauert stets die Gefahr einer Infektion.

Die Hygiene muss den geltenden
Gesundheitsvorschriften entsprechen.
 


Studio und Körperstelle sind bewusst zu wählen
Das oberste Gebot lautet: Lassen Sie sich ein Piercing oder eine Tätowierung nur von einer Fachperson in einem sauberen Studio anbringen! Flohmärkte sind definitiv keine geeigneten Orte. Sowohl für die Lokalität als auch für die verwendeten Instrumente gelten verschiedene Gesundheitsvorschriften, etwa der Gebrauch von Einwegmaterial und -handschuhen, die Sterilisation der Räumlichkeiten, der Instrumente und des Schmucks sowie die Verwendung von Instrumenten aus chirurgischem Stahl oder Titan.
Entscheiden Sie sich für ein Piercing oder eine Tätowierung, wählen Sie die Stelle auf Ihrem Körper sorgfältig aus. Gewisse Körperteile sind heikler und sollten deshalb verschont werden, etwa die Zunge, die Schleimhäute der Sexualorgane oder das Knorpelgewebe an Gelenken, Ohren und Nase. Entzündet sich zum Beispiel das Knorpelgewebe nach dem Tätowieren, kann sich der Infekt rasch im ganzen Körper ausbreiten. Verfärbt sich die Zunge nach dem Piercen weiss, sollten Sie sofort einen Arzt aufgesuchen. Ohne Behandlung kann es zu einem so genannten Gangrän im Gesicht führen (Absterben von Gewebszellen).


Ein Tattoo geht im wahrsten Sinne des Wortes
unter die Haut. Lassen Sie sich nur von einer Fachperson
in einem sauberen Studio tätowieren!

Mögliche negative Folgen von Piercing und Tattoo

  • Bakterielle Entzündungen (Streptokokken, Staphylokokken usw.) können zu Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung führen.
  • Beim Piercen oder Tätowieren übertragen sich leicht Viren, die womöglich eine Hepatitis-B- oder -C-Infektion (Leberentzündung) auslösen; auf die gleiche Art kann es auch zu einer Aids-Infektion kommen.
  • Allergische Reaktionen wie juckende Hautausschläge oder Hautentzündungen (so genannte Kontaktallergien) treten häufig auf, weil die Schmuckstücke Nickel und die Tätowierungen Henna enthalten.
  • Weitere oft beobachtete Komplikationen sind Blutergüsse, Juckreiz und ein erschwerter Heilungsprozess der «Verletzung», zum Beispiel eine gutartige Wucherung des Gewebes bei der Narbenbildung (so genanntes Keloid).

Kieferchirurgen warnen
In der Praxis werden Kieferchirurgen oft mit Folgeschäden von Piercings unterhalb der Lippen konfrontiert, weshalb sie ausdrücklich davor warnen. Der Ring oder Stab des Piercings scheuert kontinuierlich gegen die Zähne sowie das Zahnfleisch und zerstört mit der Zeit den Zahnschmelz sowie das Zahnfleisch. Zähne brechen ab oder lockern sich.
Insbesondere Minderjährigen wird deshalb von Piercing und Tätowierung abgeraten. Sie sollen lieber warten, bis ihr Köper ausgewachsen ist.

Tätowieren und piercen in der Schweiz
Tattoo- und Piercingstudios werden in der Schweiz regelmässig und streng kontrolliert. Seit zwei Jahren müssen zudem alle Räumlichkeiten sowie die Instrumente der Verordnung vom November 2005 über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und Haarkontakt entsprechen. Zweifelhafte Produkte werden von den Inspektoren konfisziert und in den kantonalen Labors untersucht.

So pflegen Sie Tattoo und Piercing

  • Auf die tätowierte Haut eine feine Schicht Wundsalbe auftragen und sanft einmassieren; Alkohol, Parfum oder Cremes strikt meiden.
  • Beim Piercing regelmässig eine antiseptische Lotion (keimtötend) anwenden, den Schmuck nicht vor der vollständigen Heilung herausnehmen.
  • Meiden Sie bis zur vollständigen Vernarbung Sonnenbäder sowie Sauna und Schwimmbad.
  • Nach einem Zungen-Piercing sollten Sie Mundbäder anwenden, Eis auflegen und nicht zu stark gewürzte Speisen essen. Nach einem Bauchnabelpiercing keinen Gürtel tragen.
  • Überwachen Sie die Narbenbildung. Juckt oder rötet und entzündet sich die Haut oder haben Sie Fieber, dann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. 

  

Sophie Membrez


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