Wer unbeschwert verreisen möchte, tut gut daran, seine Ferien vorzubereiten. Einzig die Koffer zu packen und die Reise detailliert zu planen, reicht allerdings nicht aus. Denken Sie auch an mögliche – gesundheitliche – Risiken. Folgen Sie unseren Ratschlägen.
Nicht jede Reise braucht eine minutiöse und lange Planung. In jedem Fall jedoch, egal wohin und für wie lange Sie verreisen, lohnt es sich, an die Gesundheit zu denken. Fliegen Sie an einen Ort mit tropischem oder arktischem Klima? Wie lange dauert die Reise? Wie sehen die hygienischen Verhältnisse vor Ort aus und wo lauern Infektionsgefahren? Wie kommen Sie dorthin? Wo und wie übernachten Sie? Besondere Achtsamkeit ist auch geboten, wenn kleine Kinder, Schwangere oder ältere Personen mitreisen. Wenn Sie sich anhand solcher Fragen vorbereiten, können Sie mögliche Risiken vor Ihren Ferien erkennen und sich entsprechend vorbereiten.
Bereiten Sie eine Reise vor, sollten Sie auch an die Gesundheit denken. |
Reisen innerhalb Europas
Lassen Sie sich mindestens zwei Wochen vor Abreise von Ihrer Krankenkasse eine europäische Krankenversicherungskarte ausstellen. So können Sie bequem diese Karte vorzeigen, wenn Sie während der Ferien einen Arzt aufsuchen oder ins Spital gehen müssen. Ohne diesen Ausweis würde man Sie bitten, die Kosten bar zu begleichen.
Vor der Abreise zum Arzt und Zahnarzt!
Wer möchte die Ferien nicht gesund und munter antreten? Gehen Sie vier bis sechs Wochen vor Abreise zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um eventuell notwendige Impfungen zu planen. Leiden Sie an einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzproblemen oder Asthma, lassen Sie sich beraten: Können Sie die gewählte Reise antreten und an welche Besonderheiten sollten Sie denken? Solche auf Sie abgestimmte medizinische Ratschläge helfen Ihnen, wenn Sie unterwegs auf Probleme stossen.
Ausserdem lohnt es sich, die jährliche Untersuchung beim Zahnarzt vor den Ferien einzuplanen. Beugen Sie möglichen unangenehmen Zahnschmerzen vor – der nächste Zahnarzt am Ferienort kann weit weg und vielleicht nicht sofort verfügbar sein!
Impfungen aktualisieren
Überprüfen Sie in Ihrem Impfausweis, ob die allgemeinen Impfungen wie Starrkrampf oder Diphtherie (lebensgefährliche Erkrankung der Atemwege) älter als zehn Jahre sind und aufgefrischt werden sollten. Je nach Reiseziel sind weitere Impfungen empfohlen oder vorgeschrieben. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen einen Impfplan zusammenstellen. Denn sie/er weiss, welche Impfungen in welchen Zeitabständen gespritzt werden können und wie sie sich gegenseitig vertragen. Fliegen Sie in die Tropen, sollten Sie einen Facharzt für Reise- und Tropenmedizin aufsuchen. Bitte beachten Sie, dass eine Impfung erst nach rund zwei Wochen schützt!
Sollte der Koffer verloren gehen
Fliegt der Koffer in einem anderen Flugzeug mit oder bleibt die Reiseapotheke zu Hause auf dem Küchentisch liegen, kann der lang ersehnte Urlaub zum Albtraum werden – besonders wenn jemand an Diabetes oder Bluthochdruck leidet.
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Krank – aufgrund des Wassers!
In bestimmten Ländern übertragen sich zahlreiche Krankheiten durch (Leitungs-)Wasser. Gefahrenquellen sind rohe, mit Wasser gewaschene Lebensmittel wie Salat, Tomaten und Früchte, Eiswürfel oder Fruchtsäfte aus frischen Früchten, die oft unter fliessendem Wasser geschnitten werden. Putzen Sie Ihre Zähne nicht mit Leitungs-, sondern mit Mineralwasser! Trinken Sie vor Ort nur Mineralwasser oder (Leitungs-)Wasser, das Sie während mindestens zehn Minuten abgekocht oder desinfiziert haben. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke über chemische Desinfektionsmittel gegen Bakterien, Viren und Parasiten. |
Folgende Vorsichtsmassnahmen helfen:
- Tragen Sie Ihr Rezept auf sich, das neben den Dosierungen auch den internationalen Freinamen (INN) oder den generischen Namen der Medikamente enthalten sollte.
- Transportieren Sie Ihre Medikamente wegen des Verlust- oder Diebstahlrisikos nicht im Koffer, der im Laderaum des Flugzeuges oder im Gepäckraum des Busses verstaut wird.
- Nehmen Sie eine für die gesamte Reisedauer ausreichende Menge der benötigten Medikamente mit. Manche sind im Ausland nicht erhältlich.
- Medikamente, die gekühlt werden müssen, befördern Sie am besten in einer Kühltasche.
Wenn am Ferienort Schwierigkeiten auftreten:
- Versuchen Sie es nicht mit Selbstmedikation! Bitten Sie eine Apothekerin oder einen Apotheker, Ihnen das richtige Ersatzmedikament zu finden.
- Können Sie sich vor Ort nicht verständigen, wenden Sie sich an das Schweizer Konsulat Ihres Ferienlandes. Es kann Ihnen die nötigen Kontakte vermitteln, um Ihnen zu helfen.
Zeitverschiebung und Medikamente
Für gewisse Therapien wie die Antibabypille oder Insulin ist es sinnvoll, die Verabreichungszeit an die Uhrzeit des Ferienortes anzupassen – je nachdem wie lange und wohin Sie reisen.
Kurzurlaub bis zu drei Tagen:
- Versuchen Sie, die Einnahme Ihrer Medikamente möglichst nicht zu verschieben. Es erspart Ihnen, sich innerhalb weniger Tage zweimal umzugewöhnen.
Längerer Aufenthalt:
- Wenn die Zeitverschiebung klein ist, gewöhnen Sie sich schnell an die Ortszeit.
- Versuchen Sie bei grosser Zeitverschiebung, wenn möglich Ihre gewohnten Einnahmezeiten beizubehalten. Vermeiden Sie allerdings zu dichte oder zu weit voneinander entfernte Einnahmezeiten, um einer Unter- oder Überdosierung vorzubeugen.
Tipp zur Antibabypille:
Die Pille bietet einen sicheren Schutz, wenn der Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Einnahmen nicht mehr als 36 Stunden beträgt. Bei der Minipille hingegen dürfen zwei Einnahmen nicht mehr als 27 Stunden auseinander liegen. Übersteigt die Zeitverschiebung also drei Stunden, sollten Sie nach 12 Stunden eine weitere Minipille einnehmen.
Medikamente ins Handgepäck
Temperaturempfindliche Medikamente sollten nicht im Laderaum eines Flugzeuges oder Busses befördert werden, denn die Kälte könnte ihnen zusetzen. Verpacken Sie die anderen Arzneimittel gut im Koffer, denn auf Flughäfen und in Hotels wird nicht immer zimperlich mit dem Gepäck umgegangen. Es empfiehlt sich, die doppelte Menge der üblichen Dosis im Handgepäck mitzunehmen, falls die Reise aus irgendeinem Grund länger dauert als geplant.

Nehmen Sie temperaturempfindliche Medikamente ins Handgepäck,
zur Sicherheit in der doppelten Menge, falls die Reise länger
dauern sollte als geplant.
Mit Flüssigkeiten oder Spritzen durch den Zoll
Haben Sie in Ihrem Handgepäck flüssige Medikamente über 100 ml oder Spritzen, nehmen Sie eine Bescheinigung Ihres Arztes mit. Dasselbe gilt für Sprays oder Inhalatoren. Falls Sie eine Insulinpumpe tragen, teilen Sie dies dem Flughafenpersonal beim Passieren der Sicherheitsschleusen mit, denn die Magnetfelder können die Pumpfunktionen beeinträchtigen.
Mehr Informationen rund ums Reisen und Vorbereiten finden Sie auf: www.safetravel.ch