Ihre Kinder sind junge Erwachsene geworden und Sie vermuten, dass sie bald ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen. Sicher möchten Sie mit ihnen darüber sprechen, es ist jedoch nicht einfach, die richtigen Worte zu finden. Erfahren Sie nachfolgend unsere Tipps.
Jeder Mensch, egal ob Teenager oder Erwachsener, hat seine Geheimnisse, die er mit niemandem – schon gar nicht mit den Eltern – teilen möchte. Dieser Gedanke ist ganz zentral, wenn Sie mit Ihrem Kind, das sich langsam zum jungen Erwachsenen entwickelt, über bestimmte Themen sprechen möchten. Es wird Ihnen zu intime Fragen nicht beantworten und sich beschämt abwenden.
Vermeiden Sie auch die «Kumpeltour», bei der Sie mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn so reden, als hätten Sie dasselbe Alter. Sie sind nicht mehr im gleichen Alter – und Sie sind die Mutter oder der Vater! Seien Sie ausserdem nicht schockiert, wenn Ihre Kinder ein gewisses Verlangen und neue Fantasien äussern. Jeder war einmal in diesem Alter und jeder hatte so seine Wünsche und Vorstellungen. Spricht Ihre Tochter oder Ihr Sohn darüber, sollten Sie Ihrem Kind aufmerksam zuhören. Es ist ein Ausdruck von Vertrauen.
Rücksicht auf das Alter
Mit zwölf Jahren hat ein Kind nicht das gleiche Verständnis für Sexualität wie ein junger Erwachsener. Es ist deshalb nicht ratsam, mit einem zwölfjährigen Kind über Einzelheiten des Geschlechtsverkehrs zu reden – zumal es noch keine eigenen Erfahrungen gemacht hat. Es hätte Schwierigkeiten, die Bilder im Kopf miteinander zu verbinden. Ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn aber älter und weiss bereits Bescheid, können Sie mit ihr oder ihm sehr wohl über gewisse Einzelheiten sprechen.
Ausserdem ist es wichtig, dass die Jugendlichen zwischen den im Fernsehen oder Internet gesehenen, vielleicht pornographischen Bildern und der Realität unterscheiden können. Sie sollen wissen, dass solche Bilder keine «normale» Sexualität widerspiegeln. Stellen Ihnen Ihre Kinder dazu Fragen, ist das ein gutes Zeichen: Das Gespräch hat begonnen und Ihre Kinder möchten mit Ihnen reden. Gehen Sie auf ihre Fragen ein, Ihr Kind – der Teenager – braucht Sie in diesem Moment, um sich zu beruhigen.
Achtung Geschlechtskrankheiten
Sexuell übertragbare Krankheiten kommen häufig vor, sind hoch ansteckend und teilweise gefährlich! Während Syphilis, Tripper (Gonorrhö) und die bakterielle Infektion mit Chlamydien heute heilbar sind, können bei viralen Infektionen wie Herpes oder Aids nur die Symptome behandeln werden. Die Krankheit selbst bleibt nach wie vor unheilbar. Aus diesem Grund ist jedes an den Geschlechtsorganen auftretende Symptom ernst zu nehmen, zum Beispiel Schmerzen, Bläschen, Wucherungen oder Brennen beim Wasserlösen.
Die einfachste Regel lautet: Dem gesunden Menschenverstand folgen und bei Geschlechtsverkehr ausnahmslos ein Präservativ verwenden. Das Kondom ist und bleibt das einzig wirksame Mittel zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Warum bieten Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn nicht an, Präservative zu besorgen? Das ist besser, als klammheimlich welche in den Rucksack zu stecken, mal eben so «für den Fall, dass ...».
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Das Präservativ ist das einzige Mittel zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten. |
Beliebte Verhütungsmethode: die Pille
Für junge Frauen ist die «Anti-Baby-Pille» (ein Östrogen-Gestagen-Präparat) das unkomplizierteste Verhütungsmittel:
- Effiziente Verhütungsmethode
- Einfache Anwendung
- Regulierende Wirkung auf Menstruationsbeschwerden wie unregelmässige Zyklen, Schmerzen vor oder während «den Tagen», Akne usw.
Die Verabreichung der Pille wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt begleitet, um gewisse Parameter regelmässig zu überprüfen wie Cholesterinwerte, Blutzucker und mittels Abstrich eine Krebsfrüherkennung.
Erinnern Sie Ihre Tochter daran, dass sich Pille und Zigaretten nicht gut vertragen. Diese Kombination erhöht die Gefahr für Herz- und Gefässkrankheiten empfindlich, vor allem für Gefässverengungen im Gehirn.
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen die zweithäufigste Krebsform nach dem Brustkrebs. Verantwortlich dafür sind die Humanen Papillomaviren (HPV), die übrigens auch die meisten bei Sexualkontakten übertragenen Infektionen auslösen. In sieben von zehn Fällen ist der Gebärmutterhalskrebs auf die Viren HPV16 und 18 zurückzuführen. Seit 2005 kann das Krebsrisiko aufgrund dieser Viren durch eine Impfung beträchtlich gesenkt werden. Die Impfung besteht aus drei Dosen, die über einen Zeitraum von sechs Monaten gespritzt werden. |