Entspannte Ferien - gut vorbereitet, ist halb erholt

Endlich gewissenlos dem Nichtstun frönen, die Seele aus dem Alltag befreien und den Tag nach Lust und Laune gestalten. Fern vom hektischen Berufstreiben und der ständigen Erreichbarkeit durch Handy, E-Mail & Co. Ferien geniessen. Und Erholung finden. So klappt es.







Manche laufen sich die Füsse platt, während sie ihre neuste Lieblingsstadt bis in die letzte Ecke erkunden. Andere zieht es in die pure Wildnis des Amazonas oder ins mystische Outback Australiens. Wieder andere wollen nichts, als sich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit einem Cocktail in der einen und einem Buch in der anderen Hand auf dem Liegestuhl räkeln. Und dann gibt es noch diejenigen, die sich auf der Suche nach sich selbst zurückziehen, zum Beispiel in die Stille des Klosters. Ob Action oder Ruhe, nah oder fern, Norden oder Süden, einfach oder luxuriös – der Sinn von Ferien liegt letztlich immer im Selben: in der Erholung.

Erholung stellt sich
nicht automatisch ein.
 

Erholung muss aktiviert werden
Doch wer glaubt, ein paar freie Tage allein reichen schon aus, um automatisch Erholung zu erlangen – der liegt falsch. Erholung muss aktiviert werden. Und zwar mit dem richtigen Mix aus Entspannung und Aktivität. Rechnen Sie ausreichend Zeit für sich selbst ein. Aber auch solche für soziale Kontakte mit dem Partner, der Familie oder Freunden. Erholsame Ferien wollen geplant, individuelle Bedürfnisse erkannt werden. Die Art des Urlaubs bestimmt massgeblich den Erholungsgrad. Freizeitforscher empfehlen das Kontrastprogramm, was bedeutet: Wer zu Hause einem hektischen Job nachgeht, der erholt sich besser an einem ruhigen Ort. Wer hingegen Daheim nicht viel Spannendes erlebt, der bucht am besten Actionferien oder eine Abenteuerreise. Entgegen der früheren Überzeugung, dass der Erholungseffekt frühestens nach zwei Wochen am Stück einsetzt, empfehlen Psychologen heute, die jährliche Urlaubszeit in kleinere Ferienhäppchen einzuteilen.

Das Privileg Ferien
Die heutige Selbstverständlichkeit von Ferien mussten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in vielen Generationen hart erkämpfen. Die erste ferienrechtliche Bestimmung in der Schweiz geht auf das Jahr 1879 zurück. Während der Industrialisierung stieg der Wohlstand und mit ihm rückten Themen wie Gesundheit, Erholung und Tourismus in den Mittelpunkt. Um 1900 stand Beamten ein Minimum von zwölf Ferientagen zu, gewöhnlichen Arbeitern lediglich vier. Die Gründe für die Unterschiede lagen in der damaligen Denkweise. Die geistige Arbeit galt im Vergleich zur körperlichen als viel anstrengender. Der heute gesetzlich verankerte Mindestferienanspruch von vier Wochen etablierte sich erst in den 1970-ern. Die Gründe für die gewährten Ferien liegen heute wie damals in der Unterbrechung der Arbeit zwecks Erholung.

Warum braucht der Mensch Ferien?
Bevorstehende Ferien lösen bei fast allen Menschen Freude aus. Denn Ferien sind dazu da, um sich von der Arbeit zu erholen. Wie viel Erholung der Mensch braucht, ist sehr unterschiedlich. Das hängt vom Stresspegel bei der Arbeit ab, aber auch vom jeweiligen Freizeitverhalten. Unbestritten ist: Wer erholt ist, arbeitet besser. Um die Leistungsfähigkeit mittel- und langfristig aufrecht zu erhalten, sind daher Erholungsphasen in Form von Ferien sinnvoll. Doch Ferien erfüllen ihren Zweck nur dann, wenn auch im Alltag ausreichend Erholungsphasen eingelegt werden. Wer es nicht schafft, sich regelmässig zu entspannen, bei dem sind Stress, eine dauerhafte Übermüdung und letztlich gesundheitliche Einbussen vorgeplant. Mit Ferien allein ist ein solches Erholungsmanko nicht aufzuholen. Finden Sie darum heraus, was für ein Erholungstyp Sie sind und planen Sie darauf abgestimmt Ihre freie Zeit – Freizeit und Ferienzeit.

Für erholsame Ferien

  • Vorfreude ist bekanntlich die grösste Freude aber verzichten Sie auf klare Erwartungen.
  • Klären Sie die Bedürfnisse und Wünsche aller Beteiligten genau ab; planen Sie einen ausgewogenen Mix aus Entspannungsphasen und Aktivitäten.
  • Seien Sie unerreichbar: Vergessen Sie Handy, Blackberry und Facebook.
  • Nehmen Sie ein Stück Ferien mit nach Hause und erinnern Sie sich im Alltag an die schöne Zeit.
  • Planen Sie genügend Zeit für sich selbst ein, denn die so genannte «Alleinzeit» fördert die Kreativität und das Selbstbewusstsein.
  • Geniessen Sie bewusst die kleinen Momente des Glücks, die an einem normalen Arbeitstag oft verloren gehen.

 

Suzana Cubranovic


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