Es gibt verschiedene Ursachen für Schwindel, aber immer macht er Angst. Die Betroffenen fühlen sich unsicher, stürzen oder es wird ihnen schlecht, manchmal bis zum Erbrechen. Erster Schritt zur Behandlung ist das Aufspüren der auslösenden Faktoren.
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Regula Studer ist Apothekerin und besitzt seit mehr als 20 Jahren eine Apotheke in Breitenbach. Sie ist überdies Vorstandsmitglied des Schweizerischen Apothekerverbands pharmaSuisse. |
Warum ist Schwindel so häufig und wie entsteht er?
Regula Studer: Ganz unterschiedliche Krankheiten und auch Medikamente können Schwindel auslösen. Meistens ist das Innenohr beteiligt, denn dort befindet sich der Gleichgewichtssinn. Durchblutungsstörungen, Infektionen oder Ohrpfropfen können dieses feine System beeinträchtigen. Dann sendet das Innenohr, vereinfacht gesagt, «falsche» Signale ans Gehirn.
Als Erstes müssen die Ursachen des Schwindels gesucht werden. |
Welche Rolle spielen Muskeln und Nerven?
Auch Muskeln und Nerven senden Signale ins Gehirn. Dank dieser Information wissen wir selbst bei geschlossenen Augen, ob wir stehen, sitzen oder liegen. Krankheiten, die Nerven und Muskeln angreifen, können zu Schwindel führen, weil unter Umständen «falsche» Signale ins Gehirn gelangen.
Welche Arten von Schwindel gibt es?
Am häufigsten ist der Drehschwindel, bei dem man sich fühlt wie auf einem Karussell, alles dreht sich im Kreis. Den Betroffenen wird oft schlecht oder sie fallen hin. Ursachen sind zum Beispiel Durchblutungsstörungen im Innenohr und Migräne, ausserdem Medikamente wie Blutdrucksenker und Mittel gegen Epilepsie, Parkinson oder psychische Erkrankungen. Beim Morbus Menière, einer Krankheit mit Anfällen von Drehschwindel, ist das Flüssigkeitssystem im Innenohr gestört.
Wie kann man Drehschwindel behandeln?
Wenn Medikamente den Schwindel auslösen, sollten die Betroffenen in Absprache mit dem Arzt nach einem besser verträglichen Arzneimittel suchen. Oft werden zudem durchblutungsfördernde Arzneimittel eingesetzt. Während des Schwindelanfalls sollten sich die Patienten setzen oder hinlegen, um Stürze zu vermeiden.
Was steckt hinter so genanntem Schwankschwindel?
Vom Schwankschwindel sind vor allem ältere Menschen betroffen. Sie fühlen sich unsicher auf den Beinen, schwanken hin und her, stürzen. Ursachen können mangelnde Durchblutung, Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen oder Erkrankungen des Nervensystems sein, zum Beispiel nach Schlaganfällen, bei Tumoren oder multipler Sklerose. Die Unsicherheit beim Gehen und Stehen macht die Betroffenen ängstlich, was die Schwindelgefühle verstärken kann. Ältere Menschen sollten dem entgegenwirken, indem sie sich möglichst oft bewegen und auch Kraft und Koordination trainieren. Ideal dafür sind Tanz und Gymnastik.
Was ist mit der Leere im Kopf?
Die Leere im Kopf ist meistens mit tiefem Blutdruck verbunden und macht sich vor allem bei abruptem Aufstehen bemerkbar. Man fühlt sich benommen, es wird einem schwarz vor Augen. Die Betroffenen sollten vor dem Aufstehen einen Moment auf der Stuhl- oder Bettkante sitzen bleiben und die Beine etwas bewegen, um den Kreislauf anzuregen.
Wann ist Schwindel gefährlich?
Eine grosse Gefahr sind Stürze, die mit erheblichen Verletzungen einhergehen können. Wichtig ist zudem die Behandlung der Grunderkrankung, vor allem wenn die Ursache des Schwindels in einem Tumor, einer Virusinfektion, einer fortgeschrittenen Diabetes-Erkrankung oder einer anderen Krankheit zu vermuten ist, die vom Arzt behandelt werden muss.
Mit welchen Mitteln kann die Apotheke helfen?
Wir können unseren Kundinnen und Kunden helfen, einer möglichen Ursache auf die Spur zu kommen und sie falls nötig an einen Arzt zu verweisen. Ausserdem steht uns eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, sowohl synthetische als auch pflanzliche, die gegen Schwindel, Übelkeit, Durchblutungsstörungen und tiefen Blutdruck wirken.
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Medikamente gegen Schwindel
- Bei Durchblutungsstörungen: zum Beispiel Ginkgo-Präparate oder spezielle durchblutungsfördernde Pflanzenmischungen.
- Wenn Angst den Schwindel verstärkt: Johanniskraut-Präparate oder pflanzliche Beruhigungsmittel.
- Bei Schwindel wegen tiefem Blutdruck: Medikamente, die den Blutdruck anheben und den Kreislauf anregen.
- Bei Reisekrankheit*, Übelkeit und Erbrechen: Antihistaminika. *Die Reisekrankheit ist ein klassisches Beispiel für «falsche Signale». Die Signale, die von den Augen ausgehen, entsprechen nicht der tatsächlichen Bewegung des Körpers. Deshalb hilft es, sich mit geschlossenen Augen hinzulegen oder den Horizont zu fixieren.
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