Aktiv gegen den Schmerz

Wenn es ständig pocht und zieht, ist die Lebensqualität massiv beeinträchtigt. Chronische Schmerzen haben die Eigenschaft, sich festzusetzen. Entspannungstechniken können helfen, die Situation zu entschärfen und sogar schmerzfrei zu werden.










Schmerz ist ein Warnsignal. Er taucht immer dann auf, wenn etwas nicht stimmt, zum Beispiel bei schlechter Haltung, falschen Bewegungen oder (rheumatischen) Erkrankungen. Deshalb muss man den Schmerz ernst nehmen.
Anders sieht es beim chronischen Schmerz aus. Schmerzen können sich selbständig machen. Sie sind noch da, obwohl die Ursache aus der Welt geschafft oder zumindest soweit unter Kontrolle ist, dass es das Warnsignal Schmerz nicht mehr braucht. Es hat sich ein «Schmerzgedächtnis»  entwickelt, die schmerzleitenden Nervenbahnen signalisieren eigenständig weiterhin Schmerz.
Um dies zu verhindern, sollten Schmerzen konsequent behandelt werden. Mit Medikamenten  aber auch mit Entspannungstechniken.

Entspannung und eine gute
Muskulatur wirken gegen Schmerzen. 


Am Arbeitsplatz
Muskelverspannungen vor allem im Nacken-Schulter-Bereich sind häufige Schmerzauslöser. Sie treten insbesondere bei stundenlangem Stehen und Sitzen auf, zum Beispiel vor dem PC. Dehnen Sie die Muskulatur regelmässig, indem Sie zwei-, dreimal am Tag einige ausgleichende Übungen machen. Anleitungen dazu liefert die SUVA auf
www.suva.ch/
suvapro/Gesundheitsförderung/Bleiben Sie in Bewegung! Dort können Sie ein einfaches Trainingsprogramm für mehr Bewegung am Arbeitsplatz gratis herunterladen (als PDF-Datei).

Yoga
Yoga ist eine Mischung aus mentalem und körperlichem Training, mit dem man gezielt auf bestimmte Muskelgruppen oder Organe einwirken kann. Das braucht etwas Übung und zumindest am Anfang Anleitung durch einen qualifizierten Yogalehrer oder eine Yogalehrerin. Aber dann können Sie die Übungen überall ausführen und sowohl zur Entspannung einsetzen als auch um neue Energie zu schöpfen. Verzeichnisse mit Yogalehrerinnen und Yogalehrern finden Sie unter:
www.yoga.ch oder www.swissyoga.ch

Muskelaufbau
Eine gute Muskulatur stützt das Skelett, man bewegt sich sicherer, hat eine bessere Haltung. Das ist speziell bei Rückenschmerzen wichtig. Möglichkeiten, die Muskulatur zu stärken, gibt es viele. Jede sportliche Betätigung baut Muskeln auf, allerdings manchmal etwas einseitig. Wählen Sie also eine Sportart, die möglichst den ganzen Körper beansprucht wie Schwimmen, Laufen, Wandern, Velofahren, Gymnastik, Tanzen und Nordic Walking (lesen Sie hierzu den Artikel auf Seite 13). Eine weitere Möglichkeit sind Fitnessstudios. Da tummeln sich keineswegs nur junge Kraftprotze. Sie werden staunen, wie viele Seniorinnen und Senioren bis ins hohe Alter Gewichte stemmen. Achten Sie auf ein Studio mit ärztlicher Betreuung, wo man Ihnen ein auf Sie zugeschnittenes Programm zusammenstellt, Sie seriös anleitet und die Übungen kontrolliert.
Wenn Sie lieber im intimeren Rahmen und in einer Gruppe trainieren möchten, können Sie Pilates machen (
www.schweizerischerpilatesverband.ch) oder sich einem Turnverein anschliessen, wo meist verschiedene Kurse angeboten werden.

Autogenes Training
Autogenes Training ist eine Methode, sich durch mentale Konzentration zu entspannen. Die Übungen streben vor allem innere Ausgeglichenheit und die Entspannung des Nervensystems an. Damit lässt sich nicht nur Stress abbauen. Auch Schmerzen, wie Kopfschmerzen oder rheumatische Schmerzen, lassen sich mit autogenem Training lindern und im Idealfall beseitigen. Bis Sie die Technik beherrschen, sollten Sie sich bei einer ausgewiesenen Lehrerin oder einem Lehrer anleiten lassen. Adressen finden Sie zum Beispiel bei der Schweizerischen Gesellschaft für Autogenes Training (
www.sat-verband.ch).

Was ist für mich richtig?

Schmerzen sind individuell. Jede(r) empfindet sie anders und geht anders damit um. Wenn Sie sich entschliessen, dem Schmerz mit einer Entspannungsmethode oder einer sportlichen Betätigung beizukommen, muss es etwas sein, das Ihnen Freude macht. Nehmen Sie sich also Zeit. Probieren Sie verschiedene Möglichkeiten aus, fragen Sie nach Probestunden, nehmen Sie die Trainerin und den Trainer unter die Lupe. Ist sie/er mir sympathisch? Respektiert sie/er mich? Über welche Ausbildung kann sie/er sich ausweisen? Gefällt mir der Ort? Ist er gut erreichbar für mich? Gefallen mir die anderen Teilnehmer?
 

Heidi Mühlemann


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