Fastenkuren – zwischen Sinn und Unsinn

Ab und zu eine kurze Fastenkur zum Wohle von Körper und Geist, warum nicht? Langfristiges Fasten jedoch tut der Gesundheit nicht in jedem Fall gut. Empfehlenswerter ist es, sich ausgewogen zu ernähren und sich regelmässig zu bewegen.





Die Welt von heute kennt verschiedene Fastenkuren – vom Wasserfasten (vollständiger Verzicht auf Nahrung, bis die körpereigenen Nahrungsreserven aufgebraucht sind) über das freiwillige Weglassen bestimmter Nahrungsmittel (Askese) bis hin zum Früchte- oder Obstfasten (Gemüsebouillon oder Frucht- und Obstsäfte). Vom Wasserfasten ist aus medizinischer Sicht abzuraten, da der vollständige Nahrungsverzicht zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Gelegentliches Früchte- oder Obstfasten zur «Entgiftung» oder Regeneration des Körpers kann hingegen durchaus Sinn machen.

Gewöhnen Sie Ihren Körper
nach dem Fasten schrittweise
wieder an das übliche Essen.

Die Sonnenseite von Fastenkuren

  • Eine rein vegetarische Ernährung ist leichter verdaulich und verschafft Ihrer Verdauung dadurch eine Verschnaufpause.
  • Pflanzliche Speisen enthalten mehr Faser- und Mineralstoffe und wirken entwässernd.
  • Leber und Nieren haben «leichtere» Arbeit, da
     man beim Früchte- oder Obstfasten weniger Fett, Eiweiss und Salz zu sich nimmt. Ausserdem fördern sie dank der Faserstoffe den Abbau von «schlechtem» Cholesterin.
  • Der Darm kann sich normalisieren.

Vorsicht ist besser als Nachsicht
Sind Sie oft müde oder essen Sie unregelmässig, so sollten Sie mit Fasten zurückhaltend sein. Für den Muskelaufbau braucht der Körper vor allem Eiweiss. Verzichten Sie zu lange darauf, könnte Ihre Muskelmasse abnehmen.
Nach einer mehrtägigen Fastenkur dürfen Sie auf keinen Fall über Nacht wieder auf Ihre gewohnte Ernährung umstellen. Lassen Sie Ihrem Körper Zeit – ungefähr die halbe Dauer der Kur –, um sich wieder an die übliche Essensweise anzupassen. Denn die Gallenblase und der Magen-Darm-Trakt sind sich nicht mehr so viel Nahrung gewöhnt, Bauchschmerzen oder Durchfall könnten die Folge sein. Beginnen Sie nach einer Fastenkur mit rohem oder gekochtem Obst oder Gemüse und fügen Sie später kleine Mengen von Getreide und Fisch bei. Die anderen tierischen Eiweisse kommen ganz zum Schluss wieder auf Ihren Speisezettel.
Leiden Sie an einer chronischen Krankheit, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie mit einer Fastenkur beginnen.


Nutzen Sie die reinigenden und entgiftenden
Eigenschaften des Sellerie: Als frischer Salat
oder Saft schmeckt er vorzüglich!

Ammenmärchen oder Wahrheit?

  • Ananas «frisst» Fett.
     Falsch. Weder Ananas noch Grapefruit können Fett zerstören. Dank des Eiweisses Bromelain erleichtert Ananas die Eiweissverdauung. Jedoch unterstützt das nicht die Fettverdauung und noch weniger den Abbau in den Zellen.
  • Kuren mit flüssigem Eiweiss lassen die Pfunde auf gesunde Weise purzeln.
     Falsch. Solche Kuren sind sehr beliebt – zumal sie rasch zum selben Erfolg auf der Waage führen wie das Wasserfasten. Dennoch raten Gesundheitsfachleute davon ab, weil es keine gesunde Ernährung ist und man nach der Kur meist sehr schnell wieder das «alte» Gewicht erlangt.
  •  Sellerie ist ein entgiftendes Gemüse.
     Richtig. Sellerie besitzt entgiftende Eigenschaften und unterstützt die Verdauung. Probieren Sie das Gemüse als Tee, als frischen Saft oder als ätherisches Öl am Salat!
  • Obst- und Früchtefasten führen zu keinerlei Mangelerscheinungen.
     Falsch. Früchte sind gesunde Nahrungsmittel, denn sie enthalten viele Vitamine und Antioxydantien. Ernährungsberatende empfehlen deshalb «Fünf am Tag» davon zu essen. Selbst wenn die Früchte unter anderem aus wertvollen Kohlenhydraten bestehen, enthalten sie keine Eiweisse – etwa um die Muskeln aufzubauen. 

Tipp aus Ihrer Apotheke

Die Kehrseite von Fastenkuren

  • Gewisse Fastenkuren betreiben
    im wahrsten Sinne des Wortes Frühlingsputz mit Ihrem Körper. Bauchkrämpfe, Schmerzen oder sogar Hämorriden können die Folge sein.
  • Vermeiden Sie Abführmittel wie Sennesblätter, Faulbaum oder Rizinusöl – sie irritieren die Darmschleimhaut.
  • Herzkranke Personen können wegen einer ungeeigneten Kur Müdigkeitserscheinungen oder sogar Herzrhythmusstörungen entwickeln.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker über mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Sie einnehmen (zum Beispiel Blutgerinnungshemmer).
  • Entscheiden Sie sich für eine Kur zur Entgiftung der Leber, können auch die Medikamente schneller ausgeschieden werden. Das wiederum würde die Wirksamkeit mindern.

Sophie Membrez


Apotheken in Ihrer Nähe
PLZ  
Ort
Wettbewerb

Beteiligen Sie sich an unserem Wettbewerb!
mehr 
Feelgood's news

Bestellen Sie unsere neueste Ausgabe der Feelgood's news.
mehr 
  Disclaimer  |  Impressum  |  Sitemap
Nach oben