Der Wirkstoff allein macht noch keine Arznei. Die Wirksubstanz muss erst in eine anwendbare Form, zum Beispiel in eine Tablette, verpackt werden. Zur Tablettenherstellung braucht es verschiedene Zusatzstoffe.
Bei Medikamenten kommt es nicht allein auf die Wirksubstanz an. Um ein Medikament dem Körper zuführen zu können, muss die Wirksubstanz in eine anwendbare Form gebracht werden. Bei Kräutern ist dies einfach: Sie werden mit heissem Wasser überbrüht und dann als Tee getrunken. Fertig ist die Arznei.
Tabletten bestehen aus Wirk- und Zusatzstoffen Komplizierter wird es bei chemischen Wirkstoffen. Oft liegt die einzunehmende Dosis im Milligramm-Bereich. Würde man allein den Wirkstoff als Tablette verabreichen, wäre diese kleiner als ein Pfefferkorn, schlecht sichtbar und kaum zu greifen. Mit Füllstoffen wie Milchzucker vergrössert man das Volumen. So entsteht eine Mischung, die sich leichter weiterverarbeiten lässt. Will man nun aus dieser Pulvermischung Tabletten herstellen, braucht es aber noch weitere Hilfsstoffe. Ein Fliessmittel sorgt dafür, dass die Pulvermischung gleichmässig in die Tablettiermaschine gelangt und nicht verklumpt. Bindemittel braucht es, damit die Tablette nach dem Pressen nicht wieder zu Pulver zerbröckelt und ein Schmiermittel verhindert, dass die frisch gepressten Tabletten an den Pressstempeln kleben bleiben.
Nützliche «Sprengmittel» Was haben denn «Sprengmittel» in Tabletten zu suchen? Da die Tablette nach der Einnahme im Magen-Darm-Trakt schnell zerfallen soll, wird ein Stoff beigefügt, der nach dem Kontakt mit dem Magensaft stark anquillt. Dieses «Sprengmittel» besteht meistens aus harmloser Zellulose und bewirkt, dass die Tablette innerhalb von kurzer Zeit zerfällt. In der Folge wird der Wirkstoff freigesetzt, sodass er nun seine Wirkung ausüben kann.
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