Mit dem Beginn der kühlen und meist feuchteren Saison wird der Organismus anfälliger auf Viren. Schnupfen und Grippe sind die unliebsamen Folgen. Abwehr schafft einzig ein starkes Immunsystem! Erfahren Sie nachfolgend praktische Tipps.
Unser Immunsystem kümmert sich dank einem komplexen Zusammenspiel von Blutzellen und gewissen Organen um die Abwehr von ungebetenen «Gästen» wie Bakterien, Viren oder anderen Parasiten. Dafür stehen ihm verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die zwei wichtigsten Waffen unseres Immunsystems sind Antikörper und Lymphozyten. Lymphozyten sind weisse Blutkörperchen, die die angesteckten Zellen zerstören. Gelangt ein Eindringling in den Körper, lösen Lymphozyten eine Reihe von Reaktionen aus, um den Störfaktor zu beseitigen.
Erreger werden im Gedächtnis gespeichert
Die Antikörper behalten die Eigenschaften eines Infektionserregers in Erinnerung und vermeiden auf diese Weise eine erneute Ansteckung. Auf dieses Prinzip stützen sich auch Impfungen: Sie stimulieren das Immunsystem, bestimmte Antikörper zu produzieren, um einer Erkrankung vorzubeugen.
Bei der Geburt gehen die Antikörper der Mutter über die Plazenta auf den Fötus über, doch einige Wochen danach verschwinden sie. Infektionen im Kindesalter gehören deshalb zur natürlichen Entwicklungsphase. Der Aufbau des Immunsystems ist ungefähr mit dem Erreichen des fünften Lebensjahres abgeschlossen.
Das Immunsystem wird in den ersten Lebensjahren aufgebaut |
Rolle der Darmflora
Das Einwirken der Darmflora auf das Immunsystem ist vielseitig. Ist sie üppig und kräftig, wirkt sie als erste Schutzbarriere. Verdauungsprobleme, Unterernährung oder eine unausgeglichene Ernährung beeinträchtigen jedoch die Darmflora und setzen das Abwehrsystem auf Sparflamme. Es wird anfällig für Infektionen. Magen-Darm-Entzündungen und Antibiotika schwächen die Darmflora ebenfalls. Vor allem bei Kleinkindern ist eine gute Darmflora wichtig, da ihr Antikörper-Abwehrsystem noch im Aufbau ist.
Folgen eines angeschlagenen Immunsystems
Infektionszustände sind ziemlich häufig, insbesondere bei Kindern, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Aber auch ein Erwachsener kann an drei bis vier Virusinfektionen pro Jahr erkranken, ohne dass es besorgniserregend ist. Ernster wird die Situation erst bei wiederholten Infektionen, wenn die Abwehrkräfte zu schwach sind. Die Infektionen sind dann bedeutend stärker und können lebenswichtige Organe befallen wie die Lunge (Lungenentzündung), die Nieren oder das Gehirn (Hirnhautentzündung).
So rüsten Sie Ihre Abwehrkräfte auf
Das Immunsystem stärkt man am besten vor Beginn der kalten Jahreszeit – zum Beispiel mit Homöopathie (Oscillococcinum, Thymuline, Influenzinum), Phytotherapie (Echinacea), einer Vitamin-C-Kur oder mit Spurenelementen. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen Magnesium, Selen, Zink und Eisen. Eine weitere Möglichkeit sind spagyrische Heilmittel. Spirulin in bioverfügbarer, wasserlöslicher Form regeneriert die Leber und kurbelt das Immunsystem an. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welche Mittel für Ihr Immunsystem ideal sind. |
Wenn das Immunsystem verrückt spielt
Autoimmunität ist die Folge einer Fehlreaktion des Immunsystems: Gewisse Strukturen des Organismus -werden als fremd angesehen und angegriffen. Das Immunsystem spielt dann verrückt, bekämpft sich selbst und kann dadurch verschiedene Organe beeinträchtigen.
Diese Schäden haben schlimme Folgen. Es entstehen so genannte Autoimmunkrankheiten. Man unterscheidet dabei organspezifische Krankheiten wie Typ-1-Diabetes (autoimmune Reaktion gegen die Bauchspeicheldrüse) und Angriffe gegen bestimmte Gewebe wie die rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis, allmähliche Zerstörung der Gelenke). AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbener Immundefekt) greift das Immunsystem an und zerstört es nach und nach.