Zu kleine und zu grosse Kinder

Kinder und Jugendliche wachsen individuell sehr unterschiedlich. Dabei kann es zu eigentlichen Schüben und auch zu Verzögerungen kommen. Lesen Sie, worauf Sie dabei als Eltern achten sollten.







Svenja protestiert, als sie in ihren Kleiderschrank schaut: «Mama, diese Hose ziehe ich sicher nicht mehr an! Die kannst du in die Altkleidersammlung geben.» Ihre Mutter ist nicht einverstanden: «Natürlich ziehst du die an, wir haben sie erst vor wenigen Monaten gekauft.» Die 14-Jährige lässt sich nicht umstimmen: «In ihnen sehe ich doof aus. Die Beine sind viel zu kurz.» Svenjas Mutter seufzt: «Oh, Mädchen, du wächst auch unglaublich schnell.»

Kinder wachsen individuell unterschiedlich
Hatten Sie bei Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn schon Bedenken, sie oder er wachse viel zu schnell oder viel zu langsam? Dann geht es Ihnen wie vielen Eltern, die sich fragen, ob eine Störung vorliegt, wenn Kinder plötzlich ungebremst in die Höhe schiessen oder wenn sie deutlich kleiner bleiben als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Längst nicht immer sind die Sorgen begründet, nur ungefähr fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen weichen dauerhaft vom Durchschnittswert der Gleichaltrigen ab.

Bei Wachstumsstörungen genügt oft die
Einnahme von Vitaminpräparaten oder
Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert
mit regelmässiger Bewegung. 

Ausgewogene Ernährung ist wichtig
Bei Mädchen ist das Körperwachstum bis zum Ende des 16. Lebensjahres abgeschlossen, Jungen erreichen ihre endgültige Grösse im 18. Lebensjahr. In dieser Zeitspanne werden allfällige Defizite oder Vorsprünge meistens ausgeglichen. Für die definitive Körpergrösse sind in erster Linie die Gene verantwortlich. Kinder entwickeln fast immer eine ähnliche Grösse wie ihre Eltern sie haben oder übertreffen sie sogar; wesentliche Unterschiede sind selten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ernährung. Mineralstoff-, Vitamin- oder Eiweissmangel können für Entwicklungsverzögerungen verantwortlich sein. Achten Sie deshalb besonders bei Ihren Kindern auf einen ausgewogenen, abwechslungsreichen Speiseplan.
Eine schwere Grippe sowie andere Erkrankungen sind mögliche Wachstumsbremsen. Weiter können Nierenschwäche, Asthma, Herzfehler, Essstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie psychische Belastungen in der Schule oder in der Familie für einen Entwicklungsrückstand verantwortlich sein.

Auffällige Messergebnisse
Bei den Routineuntersuchungen misst der Kinderarzt auch die Körpergrösse. Abweichungen zu den üblichen statistischen Werten der entsprechenden Altersgruppe werden dabei festgestellt. Bei auffälligen Ergebnissen wird die Entwicklung in kurzen Abständen weiterkontrolliert. Als Eltern müssen Sie sich daher nicht zu sehr sorgen.
Manche Jugendliche im Wachstum leiden unter Knochen- oder unter Gelenkschmerzen. Falls Sie als Mutter oder Vater deshalb beunruhigt sind, sollten Sie sich an den Kinderarzt wenden. Um eine vermutete Wachstumsstörung genauer abzuklären, kann er die Knochenreife mit dem biologischen Alter mittels einer Röntgenaufnahme der Hand vergleichen. Eventuell folgen weitere Untersuchungen, um die Ursache der Verzögerung zu ermitteln.

Nahrungsergänzungsmittel wirken unterstützend
Dauerhafte Störungen in der Grössenentwicklung sind mögliche Signale für bisher nicht erkannte, versteckte Krankheiten. Wenn diese fachgerecht behandelt wurden, normalisiert sich das Wachstum meistens von selber. In seltenen Fällen werden Hormone zur Förderung, respektive zur Bremsung der Entwicklung verabreicht. Diese aufwändigen Behandlungen werden sehr zurückhaltend und nur nach genauen Erwägungen verschrieben. Oft genügt die Einnahme von Vitaminpräparaten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert mit regelmässigem Sport, um die Entwicklung zu unterstützen.

Tipp aus der Apotheke

So sorgen Sie für ein gesundes Wachstum

  • Achten Sie auf einen körperlich aktiven Lebensstil Ihrer Kinder, das unterstützt die Entwicklung.
  • Verzichten Sie insbesondere in der Schwangerschaft auf Alkohol und Nikotin. Halten Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn im Pubertätsalter vom Rauchen, Trinken und  Drogenkonsum ab, damit beugen sie Wachstumsstörungen vor.
  • Wenn Jugendliche in der Körpergrösse deutlich von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern abweichen, müssen sie mit Hänseleien rechnen. Sprechen Sie das Thema mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn an und geben Sie psychische Unterstützung.
  • In Ihrer Apotheke berät man Sie gerne über die optimale Ernährung sowie über geeignete Nahrungsergänzungsmittel, die die Entwicklung Ihres Kindes unterstützen.

Adrian Zeller


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