Grippe & Schnupfen: Virenalarm

Grippe und Erkältungen haben eines gemeinsam: den viralen Ursprung. Diese Infektionen sind hoch ansteckend und verbreiten sich rasant von Person zu Person. Behandelt werden können einzig die Symptome. Lesen Sie unsere Ratschläge.








Befällt ein Virus die Atemwege, setzt der Körper umgehend Stoffe frei, um möglichst viel Blut an die Stelle zu befördern. Das Ziel ist dabei, dass die weissen Blutkörperchen schnell zum Infektionsherd gelangen. Das betroffene Gewebe verstopft, rötet sich und schmerzt. Diese Reaktion auf eine Entzündung ist den meisten bestens bekannt – äussert sie sich doch mit den typischen Symptomen winterlicher Erkrankungen wie verstopfte oder laufende Nase, Niesen und Halsschmerzen.

Hochsaison im Winter
Es gibt ungefähr 200 verschiedene Schnupfenviren. In Europa treten diese Viren vornehmlich im Winter auf. Daher kommt auch die Bezeichnung «Erkältung». Im Durchschnitt erkrankt ein Erwachsener zwei- bis viermal pro Jahr an Schnupfen. Säuglinge, deren Immunabwehr noch nicht ausgereift ist, können bis achtmal pro Jahr daran erkranken. Schnupfenviren werden durch Tröpfchen übertragen, wenn eine infizierte Person niest oder hustet oder durch Kontakt mit den Händen. Da die Viren einige Stunden überleben, kann man sich auch anstecken, wenn man einen Gegenstand – zum Beispiel Türklinke oder Telefonhörer – berührt, den eine infizierte Person zuvor angefasst hat.

Grippenviren können sehr leicht mutieren

Die Grippe – «Einwanderer» aus Asien
Die Grippe verbreitet sich als saisonale Epidemie mit Höhepunkt im Winterhalbjahr. Es handelt sich um eine Infektion der Atemwege, die von den Influenzaviren A und B hervorgerufen wird. Alle saisonalen Grippeepidemien stammen aus Asien. Sie gelangen während der kalten Monate nach Europa und breiten sich anschliessend auf dem amerikanischen Kontinent aus. Das Grippevirus ist sehr ansteckend.
Ein mit Grippeviren infizierter Mensch spürt – im Gegensatz zur Erkältung – die Anzeichen innerhalb weniger Stunden. Das Hauptsymptom, hohes Fieber (über 39.5°C), wird von Gliederschmerzen, Schüttelfrost und starken Kopfschmerzen begleitet. Hinzu kommen Atemwegsbeschwerden wie Schnupfen, trockener Husten und ab und zu eine laufende Nase. Manche verspüren auch Appetitlosigkeit und starke Müdigkeit. Typisch bei Grippe ist, dass das Fieber am zweiten Tag praktisch bis zur Normaltemperatur fällt, aber am dritten Tag wieder rasend schnell ansteigt.

Impfung: alle Jahre wieder wegen mutierfreudigen Viren
Grippeviren mutieren sehr schnell, deshalb wirkt eine Grippeimpfung im Folgejahr meist nicht mehr. Nach der Identifizierung und Isolierung des neuen Grippevirus-Stamms dauert es jedes Jahr fünf bis sechs Monate, bis der neue Impfstoff bereitsteht. Älteren und chronisch kranken Personen wird die Impfung in der Regel empfohlen, weil sie den Komplikationen dieser Krankheit am stärksten ausgesetzt sind.

 
Viren übertragen sich nicht nur über ausgehustete
Tröpfchen, sondern auch beim Händeschütteln.
Waschen Sie sich deshalb regelmässig die Hände!

Wohltuende Wirkung ätherischer Öle
Ein Schnupfen oder eine komplikationsfreie Grippe klingt nach fünf bis sieben Tagen ab und heilt von selbst innerhalb von zwei Wochen. Weil nur bakteriell bedingte Infektionen mit Antibiotika behandelt werden, finden sie bei Grippe oder Schnupfen keine Anwendung. Ätherische Öle lindern die unangenehmsten Symptome wie verstopfte Nase, Halsschmerzen oder Fieber. Rosmarin, Eukalyptus und Thymian bewähren sich sehr gut bei Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden. Sie unterstützen die Atemwege, indem sie die Vermehrung der Keime hemmen und zur Abschwellung der Schleimhäute beitragen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, da nicht alle ätherischen Öle bedenkenlos eingesetzt werden können.

Wie schützt man sich effizient vor viralen Angriffen?

  •  Die Zimmer regelmässig lüften und auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit achten.
  • In nicht zu warmen Räumen schlafen (ideale Temperatur 18 bis 19°C).
  • Vitamin-C-reiche Lebensmittel konsumieren, zum Beispiel Zitrusfrüchte, Kiwis und Sanddornsaft.
  • Regelmässig an die frische Luft gehen und sich angemessen anziehen.
  • Sich häufig die Hände waschen.
  • Nach dem Sport feuchte Kleidung sofort ausziehen.

Bald eine Universal-Grippeimpfung?

Der Antikörper F16 stellt für das Gesundheitswesen eine viel versprechende Hoffnung dar. Laut Aussage eines wissenschaftlichen Teams des Instituts für Biomedizinische Forschung (IRB) in Bellinzona, der Tessiner Humabs BioMed und des National Institute for Medical Research in London ist F16 imstande, saisonale und pandemische Viren des Typs A zu neutralisieren, das heisst von der «Spanischen Grippe» aus dem Jahr 1918 über die Vogelgrippe bis hin zur Schweinegrippe. Diese Entdeckung bedeutet für die Forschung eine grosse Herausforderung: Sie ist aufgerufen, eine so genannte Universal-Impfung zu entwickeln.

Lorenza Hofmann


Sophie Membrez


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